Wieso es wichtig ist.

Gestern wurde ich als ‚Feministin‚ beschimpft und beleidigt.
Zumindest nahm das mein Gesprächspartner an, als er sich immer weiter in Rage redete und mir vorwarf, ich würde zu viel verlangen.
Würde Rechte einfordern, die mir nicht zustehen.
Was wolle ich denn noch alles, ich dürfte doch als Frau schon wählen.

Und als ihm die ‚Argumente‘ ausgingen, beschimpfte er mich auch noch als unbefriedigte Lesbe, die nur mal wieder einen Mann bräuchte, der mir zeigt, wo der Hammer hängt.

All seine Beleidigungen waren keine. Es waren Begriffe, die er nicht versteht, die ihm Angst machen und die er mir ins Gesicht schleuderte, in der Hoffnung mich damit zu verletzten. All das sagt so viel über ihn aus und rein gar nichts über mich. 

Grund dieser Auseinandersetzung war die Tatsache, dass ich mir erlaubt habe, den ‚Women’s March‚ zu unterstützen – auch wenn ich selber nicht gelaufen bin. Weltweit sind Frauen auf die Straße gegangen, um für ihre (also unsere) Rechte einzustehen.
Weil wir genauso viel Gehalt für den gleichen Job verdienen sollten, wie Männer.
Weil wir über unseren Körper entscheiden wollen. 
Weil wir eine Stimme haben, die so laut, so klar und so schön ist, dass man sie nicht ignorieren kann.
Weil es wichtig ist.

Das Wort Feministin bedeutet weder, dass ich Männer fresse, noch dass ich Männern den Job wegnehmen will und ganz sicher bedeutet es auch nicht, dass ich einfach nur mal wieder Sex bräuchte.

Es bedeutet nur, dass ich weiß, wer ich bin und für was ich meine Stimme erhebe. 

Überall auf der Welt gibt es noch immer Mädchen, denen die Schulausbildung verwehrt bleibt. Nicht nur, weil die Familien vielleicht nicht genug Geld haben oder der Schulweg zu lange ist, sondern weil sie Mädchen sind.
Weil Mädchen nicht das Recht auf Wissen und Unterricht haben. 
Nur, weil sie Mädchen sind.
Weil irgendwelche Männer das irgendwann mal so entschieden haben.
Auch deswegen marschieren Frauen weltweit.

Es geht nicht darum, wer das stärkere Geschlecht ist, wer einen Autoreifen wechseln kann und wer den besseren Orientierungssinn hat.
Es ist KEIN Wettbewerbe.
Es geht um Gleichberechtigung. 

Das ist alles.

Wieso macht es dann manchen so viel Angst?

Ich bin eine Feministin, ich bin nicht lesbisch, ich esse keine Männer, ich bin hoffnungslos romantisch, ich kann einen Autoreifen wechseln und ich gehe wählen. Ich mache meinen Job gut, auch wenn ich meine Periode habe, und ich kann gute Umarmungen geben.
Wenn das alles manchen Männern so große Angst macht, dass sie mich beschimpfen müssen, werde ich jedes Mal beim ‚Women’s March‘ wieder auf die Straße gehen.

Weil es wichtig ist.

Euer,

avocadogirl

 

 

 

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11 Gedanken zu “Wieso es wichtig ist.

  1. Hi Avocado Girl, das ist ein ganz tolles Statement. Es ist alles darin enthalten, was wichtig und was nötig ist. Bewundernswert !!! Zwar weiß ich nicht, wie ich jetzt hier hingekommen bin, aber ich verfolge schon über Stunden all die Reaktionen auf die Trump Amtseinführung, zuletzt die ganzen Tweets bei Twitter (wo ich gar nicht bin – bin nur bei fb) und es gelingt mir, diese zu öffnen. Ich finde den women’s march toll. Es ist wahrhaftig möglich, dass rund um den Erdball so viele Menschen auf die Straße gehen. Es sind Millionen! Und sie haben so viele Plakate parat, als hätten sie die schon drei Tage vorher gemacht. Einfach super!

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    • Lieber Jürgen,
      wie schön ausgerechnet auf diesen Artikel eine Nachricht von einem männlichen Leser zu bekommen.
      Danke!
      Liebe Grüße,
      die Avocado

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  2. Die größten Probleme haben Frauen dort wo sie nicht auf die Straße gehen können.
    Und unterschätze nicht Konkurenzgedanken, es gibt immer zwei Möglichkeiten auf Wettbewerb zu reagieren, selbst besser zu werden oder den Anderen schlecht zu machen. Leider hat sich auf der Welt der Konkurrenzkampf und nicht die Zusammenarbeit als Ziel etabliert. Ein Staat gegen den anderen, ein Mensch gegen den andern, Schwarz gehen Weiß, Mann gegen Frau. Solange mehr Dinge anzuhäufen unser Ziel ist wird sich daran nichts ändern. Aber es wichtig das immer wieder zu benennen.

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    • Ich glaube, es ist wichtig gerade für diese Frauen auf die Straßen zu gehen.
      Bisher habe ich gerade von Männern sehr positives Feedback zum Artikel (und dem Gedanken dahinter) bekommen. Es geht hier ja auch nicht um Mann gegen Frau. Mann & Frau. Gleichgestellt, nicht um die Konkurrenz.
      Für mich geht es auch nicht um einen Wettbewerb. Aber schade, dass viele immer einen daraus machen wollen.

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      • Ich glaube schon, dass einiges an Widerstand gegen die Gleichberechtigung dem Konkurrenzdenken geschuldet ist. Ob es nun um Ansehen in der Gesellschaft um Job oder Geld geht. Deshalb richtet sich Diskriminierung ja gegen leicht zu identifizierende Gruppen. Schwarze, Palästinenser, Juden, Frauen,… Frauen haben nur den Sonderfall, dass sie in jeder Gruppe vertreten sind .

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        • Ich glaube eher, es liegt am Konkurrenzdenken der männlichen Bevölkerung.
          Es geht uns darum, auf Augenhöhe zu sein. Nicht besser bezahlt zu werden, als Männer. Nicht darum besser behandelt zu werden, als Männer.
          Wenn Homosexuelle für ihr Recht kämpfen heiraten zu dürfen, hat das auch nichts mit Konkurrenzdenken zu tun. Es geht um GLEICHE Behandlung, GLEICHE Rechte. Nicht um den Gedanken besser als die ‚Konkurrenz‘ zu sein.

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          • Das lässt sich nicht vergleichen. Ein gute Job für eine Frau, bedeutet einen weniger für einen Mann. Eine lesbische oder homosexueller Mann hat nicht das selbe Ziel 😉

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          • Ach so! Du meinst, Männer haben ein Problem damit, wenn Frauen für den gleichen Job, die gleiche Arbeit und den gleichen Aufwand das GLEICHE Gehalt bekommen? Ja, dann verstehe ich das Konkurrenzdenken bei Männern natürlich.
            Darum geht es uns nur leider nicht. Wir wollen für den Job den wir machen die GLEICHE Anerkennung, wie ihn ein Mann bekommt.
            😉

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          • Ich verstehe dich 😉 habe nur auf den Grund für den Gegenwind beschrieben. Wenn Frauen auf den billig Jobs bleiben sind sie keine Konkurenz, wenn sie die besser bezahlten der Männer auch wollen, schon. Und aus Erfahrung wissen wir, dass gruppen sich über Geschlecht oder Rasse gut diskriminieren lassen. Wenn sie sonst auch gleich schlau sind.

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  3. Danke für diesen wirklich tollen Beitrag!
    Ich finde es ganz schlimm, dass der Kampf um Gleichberechtigung und damit irgendwo auch um Wertschätzung immer noch sehr häufig als etwas Negatives, Vorlautes, ja, sogar Unverschämtes angesehen wird. Da Frage ich mich echt, in welchem Zeitalter wird Leben und wie viele hundert Jahre noch ins Land ziehen müssen, bis eine Frau nicht mehr als minderwertig betrachtet wird. Hier und überall sonst auf der Welt.

    Ganz liebe Grüße
    Maike

    Gefällt 1 Person

    • Danke, dass ich durch Kommentare wie deinem, das Gefühl habe, mit der Meinung bei weitem nicht alleine zu sein. Der Women’s March hat es bewiesen. Und ja, es ist eine Schande, dass der Begriff Feministin noch immer so negativ behaftet ist. Für mich bedeutet es, als Frau für meine Rechte einzustehen.
      Liebe Grüße,
      die Avocado

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