Buch der Stunde

Ich persönlich halte wenig von Buchbewertungen, in denen Sterne, Punkte, Schmetterlinge oder Hundewelpen vergeben werden. Genauso, wie kein Fan von vergleichenden Schulnoten bin. Kann man kreative Aufsätze wirklich benoten? Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Heute möchte ich euch von einem Buch erzählen, dass ich gelesen und sehr gemocht habe. Das ist meine sehr persönliche Meinung und gleichzeitig eine Empfehlung ohne Sterne.

13132816Emmy & Oliver ist die Geschichte zweier Freunde aus Kindertagen, die von Robin Benway auf eine äußerst süße, ehrliche und unterhaltsame Art und Weise erzählt wird. Ich habe das Buch auf englisch gelesen, daher erlaube ich mir keine Wertung der deutschen Übersetzung. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass man – selbst mit einer schwachen Übersetzung – diese süße Geschichte kaputt machen kann.

Worum geht es jetzt aber? Nun, Oliver wird als Kind von seinem Vater entführt (seine Eltern sind getrennt und der Vater ist ganz offensichtlich der Meinung, er könne besser für den Jungen sorgen). Olivers Entführung bringt die kleine Küstenstadt und vor allem Emmys junges Leben ganz schön durcheinander. Von heute auf morgen ist ihr bester Freund nicht mehr da. Ganze sieben Jahre lang, bis die Polizei ihn findet und ihn als Teenager wieder nach Hause (also zu seiner Mom) bringt.
Die Frage, ob man, trotz der sieben Jahre Freundschaftspause, noch immer befreundet sein könnte, finde ich persönlich besonders spannend. Natürlich entwickelt sich eine entzückende Liebesgeschichte zwischen den beiden, die glaubwürdig und charmant erzählt wird. Doch darum geht es nicht. Es geht ums Erwachsenwerden, um Ängste und die Sorgen der Eltern. Um Träume und Ziele und um Freundschaft. Mit anderen Worten: genau mein Ding!
Vor allem Emmy hat es mir angetan, da mir ihr frecher und sarkastischer Humor ausgesprochen gut gefallen hat.
Oliver, der natürlich ein bisschen verschlossen, aber nicht unhöflich oder abweisend ist, hätte das Herz meines 16jährigen Ichs höher schlagen lassen. Ja, okay, er ist einfach verliebenswert. Da, ich habs gesagt!
Ich mag Bücher mit starken Nebenfiguren und mit Drew & Caro haben wir hier ganz wunderbare Charaktere, die nicht das Spotlight stehlen, sondern es mit den Hauptfiguren teilen. Die genau wissen, wann sie zu schweigen und wann zu unterstützen haben. Das liebe ich!
Nachdem ich das Buch gelesen habe, musste ich mir das Hörbuch kaufen, weil ich es mir in der Badewanne, der Bahn und beim Spazierengehen vorlesen lassen wollte. Ja, das ist nerdy und ich stehe dazu, Bücher, denen ich einen besonderen Platz in meinem Herzen freiräume, ziehen in allen Versionen in mein Leben. E-Book, Taschen- und Hörbuch.

In Zeiten, in denen die Buchwelt von psychisch gestörten schwerreichen Schönlingen oder tätowierten Bad Boys auf geklauten Motorrädern dominiert wird, ist diese Geschichte eine absolut willkommene Abwechslung. Natürlich haben wir auch hier das Drama der Kindesentführung, das allerdings nicht den Mittelpunkt der Geschichte einnimmt. Es geht viel mehr um die Beziehungen zwischen den Menschen, ohne dabei die üblichen Klischées zu bedienen. Wer also auf solche Geschichten steht (könnte jetzt sagen, der Schreibstil erinnert an John Green – aber auch das stimmt nicht), dem kann ich mein Buch der Stunde wirklich nur ans Herz liegen.
Wer lieber andere Genres bevorzugt: Traut euch trotzdem, weil die Figuren es wert sich gelesen zu werden.

Ich hoffe, dieser Artikel hat euch nicht gelangweilt und euch vielleicht sogar dazu inspiriert dem Buch eine Chance zu geben.

Liebe Grüße,
avocadogirl

TV Nerd Problems

Ich weiß ja nicht, wie es euch mit TV-Serien so geht, aber in meinem kleinen Leben spielen sie eine ungesund wichtige Rolle. Nicht alle, keine Sorge, ich kann sehr gut damit leben, wenn ich eine Folge GZSZ verpasst – was daran liegt, dass ich mich nur schwer für die kleinen und großen Dramen der Berliner Clique begeistern kann.
Aber gibt es nicht immer diese eine Serie, bei der wir uns einfach wie zu Hause fühlen und die Figuren wie gute Freunde in unser Leben lassen? Aufgeschrieben klingt es viel verrückter, als ich befürchtet habe. Gut möglich also, dass ich nach dem Schreiben dieses Beitrages von den Männern in den weißen Kitteln abgeholt und zur Sicherheit der Gesellschaft in einer weich gepolsterten Zelle weggesperrt werde. So lange es dort einen Fernseher gibt, klingt das für mich gar nicht so übel. Und Internet!

Ich liebe meine Freundinnen und möchte sie für nichts auf der Welt eintauschen oder hergeben. Aber wenn es um Serien-Freunde geht, wünsche ich mich manchmal auf die bequeme Couch ins Central Perk oder aber auf einen Mitternachtsnack mit Carrie und den Mädels irgendwo in New York. Wenn ich mich in eine Serie verliebe (und das kommt ziemlich oft vor), dann adoptiere ich die Figuren und tue mich sehr schwer mit dem Abschied nach der letzten Staffel. Und zwar so Taschentücher-Schokolade-traurige-Musik-schwer. Das stößt dann meistens auf Unverständnis, weil es ja nur fiktive Figuren sind, die von Schauspielern verkörpert werden, die Dialoge aussagen, die irgendwelche Drehbuchautoren aufschreiben um uns TV-Serien-Nerds das Herz zu brechen. Schon klar.
Aber nicht minder schmerzhaft.
Was macht man also, wenn man feststellt, dass man viel besser in eine TV-Serie als in das echte Leben passt? Ich bin z.B. der festen Überzeugung, dass ich mich in den Lebenskrisen von den Gilmore Girls viel besser schlagen würde, als in meinen. Immerhin könnte ich das mit Rory bei einem Kaffee in Luke’s Café besprechen. In Serien ist auch das Wetter meistens schöner. Und die Feiertage werden noch so richtig gefeiert.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die meisten Haustüren in Stars Hollow gar nicht abgeschlossen sind und man sich trotzdem keine Sorgen um Einbrecher machen muss.

Wo bewirbt man sich noch mal als fiktive Figur und bekommt einen Drehbuchautoren fürs Leben, der an den richtigen Stellen den geheimnisvollen Bad Boy um die Ecke kommen lässt? Mir hat noch nie jemand ein Auto gebaut! Machen wir uns nichts vor, wenn man Serien so lebt wie ich es tue, dann sind die Erwartungen an eine reale Beziehung doch utopisch hoch!
Im Vergleich zu meinen Erwartungen wirkt das Burj Khalifa wie ein Miniaturtürmchen. Und wieso? Weil es Serienmänner wie Dylan McKay, Pacey Witter, Jess Mariano und Mr. Big gibt. Schönen Dank auch!

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als dem weißen Hasen ins Wunderland zu folgen und mir für heute Abend eine gute Folge Sex and the city auszusuchen! Niemand leidet so schön in einem Drama wie Carrie Bradshaw. Nicht mal ich. Und das will was heißen.

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon mal bei einer Serien so richtig mitgelebt und eure Dreamteam angefeuert? Damon oder Stefan?
Traut euch, es bleibt auch unter uns im Gemüsekorb, versprochen!
Ach und traut euch ruhig auf die Links zu klicken. Es lohnt sich. 😉

Bis zum nächsten Beitrag!
Euer avocadogirl

Musik aus dem Januar

Jeder Monat verdient seinen eigenen Soundtrack, findet ihr nicht? Da gibt es manche Monate in denen man zu den angesagten Hits im Auto bei jeder roten Ampel die Choreographie aus dem Musikvideo auspackt und Geldscheine von fremden Menschen an die Scheibenwischer geheftet bekommt. Und dann wieder gibt es die Monate, in denen man zu Adeles „Hello“ an einer öffentlichen Bushaltestelle in Tränen ausbricht und nur mit zitternder Unterlippe einen Erklärungsversuch Marke: Mimimibibibi abliefern kann.

Liegt es an den Jahreszeiten? An der Erderwärmung oder gar den Sonnenstürmen? Man weiß es nicht und noch warte ich darauf, dass es jemand endlich als Thema für die Master-Arbeit wählt und ausführlich wissenschaftlich analysiert. Bis es allerdings so weit ist, müssen wir wohl mit unseren Theorien vorliebnehmen. Hier also meine:

Wenn wir einen Film im Kino ansehen, dann läuft bei einer besonders emotionalen Szene ein bestimmter Song und sobald wir das Kino verlassen haben, ist dieses Lied für immer mit besagter Szene verbunden. Ich kann, z.B. „Must have been love“ nicht mehr hören ohne an Julia Roberts aus „Pretty Woman“ in einer Limousine denken zu müssen, während Richard Gere alleine im Hotel bleibt.
So ist es doch auch in unserem Leben, wenn bisher der Song „Dancing on my own“ von Robyn läuft, musste ich an eine schreckliche Party denken, auf der mein Ex-Freund mit einer anderen getanzt hat und zwar so Channing Tatum in Magic Mike-Style. Und was habe ich dumme Nudel gemacht? Mir den ganzen Song über diese Szene reingezogen um sie mir auch gaaaanz sicher besonders gut einzuprägen, damit ich ja nicht vergesse, wie weh es getan hat. Toll. Wirklich clever. Und so überaus typisch für mich.
Es hat bis zu diesem Januar gedauert, bis ich diesen Song mit einer anderen, viel besseren Erinnerung verbinden konnte. Deswegen ist er auch auf meine Playlist für den ersten Monat des neuen Jahres gewandert – weil er mir jetzt ein Lächeln ins Gesicht zaubert!

Ohne euch mit den Erinnerungen an meinen Januar nerven zu wollen, lasse ich euch mit meiner Playlist (quasi meinem Soundtrack) zurück – ich halte euch nur auf.
Vielleicht ist ja der ein oder andere Geheimtipp für euch dabei, also traut euch und hört einfach mal rein.

Der Plan ist, für jeden Monat meine Top 10 zu sammeln und hier mit euch zu teilen. Musik ist schließlich dafür da um geteilt, geliebt und gesungen zu werden.

Verratet mir in den Kommentaren gerne, welcher Song euch im Januar 2016 begleitet hat und einen festen Platz auf eurer Playlist verdient hat. Ich schnüffele immer gerne nach neuen Musiktipps, also nur her damit!

Viel Spaß mit den zehn Songs aus meinem Januar!

Eueravocadogirl

Glück auf Papier

Man streitet sich bekanntlich gerne und sehr emotional über Religion, Politik und Sport. Ein Phänomen, das mir immer wieder auffällt, wenn man in größerer Runde abends weggeht. Das ist bestimmt legitim und auch gesellschaftlich total anerkannt. Daumen hoch!

Doch mir ist es total egal, welche Vereinsfarben du anhimmelst oder wieso du deinem Gott diesen oder jenen Namen gibst. Solange alles im Rahmen bleibt, bin ich easy damit.
Mit mir verscherzt man erst dann so richtig, wenn man bei der Frage:

„Was ist dein Lieblingsbuch?“

Mit dem Satz: Ich lese nicht so gerne. antwortet.

Freundschaften sind daran zerbrochen. Wohnung von potentiellen neuen Freunden wurden weder auf Staub noch auf Drogen untersucht, nein, ich suche das Bücherregal. Selbst mit schlechten Büchern kann ich leben. Nur eben nicht ohne Bücher.

Mir erschließt sich der Sinn vom Leben ohne Buch einfach nicht. Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin ein Movie Buff wie er im Buche steht. Meine DVDs (und VHS-Kassetten) füllen ganze Regalwände und sind nur einer der Gründe, wieso ich im zukünftigen Kinderzimmer kein Platz für ein Kind hätte! Und so gerne ich mich von einem guten Film verzaubern lasse, es ist einfach nicht das gleiche Gefühl wie bei einem guten Buch. Wann genau haben die Menschen ihre Phantasie verloren und durch hässlichen Zynismus ersetzt?
Wo sind die Zeiten hin, als Bücher auf dem Schulhof getauscht und in der Mittagspause heftig diskutiert wurden? Ich liebe den Gedanken, dass die männliche Buchfigur in meinem Kopf ganz anders aussieht als in eurem. Oder die Geschichte, nach der letzten Seite, in meiner Phantasie ganz anders weitergeht als in euren. Ist das nicht einer der Gründe, wieso wir so begeistert lesen? Wenn ich ein Buch lese und mich mal wieder schockverliebe (ich Buch-Flittchen!), dann nehme ich es mit in die Bahn, die Badewanne und ins Bett (sage ja, Flittchen!). Wie also ist es möglich, dass manche Leute nicht einfach nur kein Lieblingsbuch haben, sondern stolz erwähnen, sie würden maximal die BILD lesen? Als wäre das ein Grund ihnen einen Orden an den Brust zu heften.

Aktuell lese ich übrigens Eleanor & Park und freue mich jeden Tag auf den Moment, wenn ich neben den beiden im Schulbus Platz nehmen darf. Kein Wunder also, dass vor einige Wochen ein Date noch vor der Vorspeise beendet wurde. Auf der Party sah der Typ noch so aus, als könnte er ein guter Kandidat sein, doch leider waren die Hipster-Brille und der Fjällräven-Rucksack wohl nur Requisiten um Buchwürmer wie mich zu ködern. Denn auf die Frage, welches Buch denn die Pole Position in seinem Buchregal ergattern konnte, zuckte der bebrille Nichtleser die Schultern und gab zu: Lesen ist jetzt nicht so mein Ding. Zu seiner Verteidigung möchte ich anmerken, er hatte auch sonst keine Hobbys. Aber das hat mich nicht so sehr getroffen wie die Horrorvorstellung mit einem Literaturverweigerer mein Leben zu verbringen.

Bei jedem geschenkeverlangendem Feiertag verschenke ich Bücher. An alle. An meine Neffen und Nichten, an meine Geschwister, an mein Patenkind, an meine Freunde und meinen Bäcker. Weil Bücher in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen und sie für mich Glück auf Papier sind. Und der Weg in mein Herz führt zumindest über vier Bücher im Regal und ein Zitat aus Harry Potter. Nur mal so, liebe Zukunftsehemänner. (Also einer würde mir ja reichen!)

Wie steht ihr zu Bücher und welche Rolle spielen sie in eurem Leben? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren, ich bin gespannt wie ein Flitzebogen!

Euer,

avocadogirl