Hallo 2017!

2017, lass dich umarmen!

Ein neues Jahr ist für viele Menschen ein Grund ihr Leben zu überdenken, aus den Fehlern der vergangenen 365 Tagen zu lernen und sich zahlreiche Vorsätze an den Kühlschrank zu pinnen, die schon am 3. Januartage vergessen werden, weil die Hektik des Alltags die feierliche Endjahresstimmung vertreibt.

Doch ist es wahr. In jedem neuen Anfang wohnt ein Zauber inne. Wieso also nicht den Jahreswechsel nutzen und das eigene Leben entrümpeln. Das ist mein Vorsatz für 2017.

Für viele (inklusive mir) war 2016 zumindest höchst turbulent, auf jeden Fall aber lehrreich. Dinge, die man als Selbstverständlichkeit hinnimmt, gewinnen an Bedeutung und die Abschiedsumarmung nach einem lustigen Freundeabend sollte zur absoluten Pflicht werden. Telefonate mit den Eltern nicht einfach genervt abrupt beendet werden, sondern mit Geduld geführt und mit Liebe beendet werden. Fremde kann man anlächeln – Überraschung! – die meisten lächeln dankbar zurück. Ein freundliches ‚Guten Morgen‘ wenn man den Lieblingsbäcker betritt schadet übrigens auch nicht.

Und dann haben wir sie alle. Die unliebsamen Erinnerungen, emotionaler Ballast und belastende Kollegen, die viel zu viel Platz in unserem Leben einnehmen und denen wir mit jeder Unterhaltung mehr Raum geben. Doch die Frage ist: Wieso?
Unser Leben ist kein Komposthaufen für ihre Probleme.

Leider gehöre ich zu den Menschen, die fremde Probleme mit nach Hause nehmen, sie dort wälzen und irgendwann zu den eigenen machen, obwohl mein Verstand mir entgegenbrüllt, dass es NICHT meine Sache ist, ihre Kämpfe auszutragen!

2017 werde ich also lernen an den richtigen Stellen NEIN zu sagen. Freundlich, aber bestimmt Grenzen aufstellen. Nicht um andere vor den Kopf zu stoßen, sondern um die unheimlich wichtige emotionale Energie vor den ‚Tanktouristen‘ zu schützen, die sich gerne an meiner Zapfsäule Energie ablassen, aber selten etwas zurückgeben.
Stattdessen möchte ich mir etwas mehr ‚Me-Time‚ gönnen, ein gutes Buch, ein schöner Film, eine Playlist mit meinen Lieblingsliedern oder ein Bad.

Ist das egoistisch?

Möglich. Vielleicht aber auch einfach nur vernünftig.

2017 werde ich mehr Freunde umarmen, öfter ausgelassen tanzen, herzhaft lachen, mir meine kindliche Begeisterung bewahren und lächeln, wann immer mir danach ist.

Ich habe keine Ahnung, welches Überraschungsei 2017 für mich parat hält, aber ich freue mich auf Abenteuer und Herausforderungen, auf schöne Momente und feste Umarmungen.

Euch wünsche ich viel Gesundheit und Ausdauer um eure Träume zu jagen!

Frohes neues Jahr!

Euer,

avocadogirl

Die Macht der Worte

 

 

Ist euch schon mal aufgefallen, wie eure Mundwinkel sich nach oben bewegen, wenn euch jemand – ein Fremder – in der Bahn, an der Ampel oder im Bus einen „Guten Morgen“ wünscht? Wie ihr lächeln müsst, wenn jemand „Danke“ sagt, weil ihr jemandem die Tür aufgehalten habt?
Genau.
Vielleicht lächelt ihr jetzt auch, nur weil ihr an eine vergangene Erinnerung dieser Situationen denken müsst. Das ist ein simples Experiment gewesen, oder?

Gehen wir ein kleines Stückchen weiter. Man stelle sich mal vor, was in dem Gegenüber vorgeht, wenn man selber jetzt noch eine freundliche Antwort erwidert. Womöglich bekommt man dann auch noch ein Lächeln zurück?!
Versucht es doch in eurem Alltag mal. Nur aus Spaß. Es tut auch nicht weh. Versprochen.

Worauf ich hinaus will, ist folgendes:

Worte bleiben. Sie bleiben viel länger als wir glauben, wenn wir sie aussprechen.
Das kennen wir doch alle.
Das Lob vom Chef oder Lehrer, von dem wir abends noch den Eltern, Freunden oder dem Partner erzählen. Eine Motivation, die uns zu Höchstleistungen am Tag anspornt und uns mit einem seligen Lächeln einschlummern lässt.
Das Kompliment, wenn man sich hübsch gemacht hat und es tatsächlich bemerk wirkt. Schon wieder wächst ein Lächeln im Mundwinkel, nicht wahr?

Natürlich sind uns auch die Negativbeispiele nicht unbekannt, wenn man sich einen Rüffel einholt, weil man nicht achtsam war oder einen Fehler gemacht hat. Das will man schnell vergessen und kaut es gedanklich doch immer wieder durch. Und das, obwohl das menschliche Gehirn nach medizinischer Erkenntnis kein Wiederkäuer ist.
Aber was weiß schon die Medizin? Wir alle liegen wach im Bett, gehen hypothetische Gespräche durch, die so nie passieren werden und verlieren Schlaf – und manchmal ein paar Tränen.

Deswegen passen wir im Idealfall auf, wie wir mit unseren Freunden, Kollegen und Eltern sprechen. Doch zu oft vergessen wir dabei auch genauso achtsam mit uns selbst umzugehen. Wann haben wir uns vor dem Spiegel stehend zum letzten Mal gesagt, wie hübsch wir uns finden? Wie gut die neue Frisur oder die neue Jeans sitzt? Weil es albern ist.
Nicht wahr?
Stattdessen hören wir uns in unserem Kopf sagen:
‚Bist du blöd, zu glauben der Typ steht wirklich auf dich?‘
‚Wie konntest du so dumm sein und den Schlüssel in der Wohnung zu vergessen?‘ 

Ein liebevoller Umgang mit uns selbst ist nicht so wichtig, weil wir doch wissen, dass wir es nicht so meinen. Aber jetzt stellen wir uns mal vor, wie es sich anfühlen würde, wenn eine gute Freundin all diese Sachen zu uns sagt. Wir wären sauer, geknickt und vielleicht stellen wir sie sogar zur Rede.
Manche entfreunden sie sogar auf den sozialen Netzwerken.

Nun, uns selbst können wir weder blockieren, noch melden und schon gar nicht entfreunden.
Wäre es also wirklich so schlimm, wenn wir die positive Macht der Worte auch für uns selber nutzen würden?
Wieso nicht mal den Selbstversuch wagen und sich jeden Morgen im Bad laut sagen, wie toll man sich findet.
Es kriegt ja keiner mit. Also?

Da ich weiß, dass einige von euch jetzt kopfschüttelnd abwehren, gebe ich euch einfach ein paar kostenlose Worte mit:

Du bist toll. Danke, dass du meinen Artikel gelesen hast. Hab einen schönen Morgen/Tag/Abend.

Euer,

avocadogirl

 

TV Nerd Problems

Ich weiß ja nicht, wie es euch mit TV-Serien so geht, aber in meinem kleinen Leben spielen sie eine ungesund wichtige Rolle. Nicht alle, keine Sorge, ich kann sehr gut damit leben, wenn ich eine Folge GZSZ verpasst – was daran liegt, dass ich mich nur schwer für die kleinen und großen Dramen der Berliner Clique begeistern kann.
Aber gibt es nicht immer diese eine Serie, bei der wir uns einfach wie zu Hause fühlen und die Figuren wie gute Freunde in unser Leben lassen? Aufgeschrieben klingt es viel verrückter, als ich befürchtet habe. Gut möglich also, dass ich nach dem Schreiben dieses Beitrages von den Männern in den weißen Kitteln abgeholt und zur Sicherheit der Gesellschaft in einer weich gepolsterten Zelle weggesperrt werde. So lange es dort einen Fernseher gibt, klingt das für mich gar nicht so übel. Und Internet!

Ich liebe meine Freundinnen und möchte sie für nichts auf der Welt eintauschen oder hergeben. Aber wenn es um Serien-Freunde geht, wünsche ich mich manchmal auf die bequeme Couch ins Central Perk oder aber auf einen Mitternachtsnack mit Carrie und den Mädels irgendwo in New York. Wenn ich mich in eine Serie verliebe (und das kommt ziemlich oft vor), dann adoptiere ich die Figuren und tue mich sehr schwer mit dem Abschied nach der letzten Staffel. Und zwar so Taschentücher-Schokolade-traurige-Musik-schwer. Das stößt dann meistens auf Unverständnis, weil es ja nur fiktive Figuren sind, die von Schauspielern verkörpert werden, die Dialoge aussagen, die irgendwelche Drehbuchautoren aufschreiben um uns TV-Serien-Nerds das Herz zu brechen. Schon klar.
Aber nicht minder schmerzhaft.
Was macht man also, wenn man feststellt, dass man viel besser in eine TV-Serie als in das echte Leben passt? Ich bin z.B. der festen Überzeugung, dass ich mich in den Lebenskrisen von den Gilmore Girls viel besser schlagen würde, als in meinen. Immerhin könnte ich das mit Rory bei einem Kaffee in Luke’s Café besprechen. In Serien ist auch das Wetter meistens schöner. Und die Feiertage werden noch so richtig gefeiert.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die meisten Haustüren in Stars Hollow gar nicht abgeschlossen sind und man sich trotzdem keine Sorgen um Einbrecher machen muss.

Wo bewirbt man sich noch mal als fiktive Figur und bekommt einen Drehbuchautoren fürs Leben, der an den richtigen Stellen den geheimnisvollen Bad Boy um die Ecke kommen lässt? Mir hat noch nie jemand ein Auto gebaut! Machen wir uns nichts vor, wenn man Serien so lebt wie ich es tue, dann sind die Erwartungen an eine reale Beziehung doch utopisch hoch!
Im Vergleich zu meinen Erwartungen wirkt das Burj Khalifa wie ein Miniaturtürmchen. Und wieso? Weil es Serienmänner wie Dylan McKay, Pacey Witter, Jess Mariano und Mr. Big gibt. Schönen Dank auch!

Mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als dem weißen Hasen ins Wunderland zu folgen und mir für heute Abend eine gute Folge Sex and the city auszusuchen! Niemand leidet so schön in einem Drama wie Carrie Bradshaw. Nicht mal ich. Und das will was heißen.

Und wie sieht es bei euch aus? Habt ihr schon mal bei einer Serien so richtig mitgelebt und eure Dreamteam angefeuert? Damon oder Stefan?
Traut euch, es bleibt auch unter uns im Gemüsekorb, versprochen!
Ach und traut euch ruhig auf die Links zu klicken. Es lohnt sich. 😉

Bis zum nächsten Beitrag!
Euer avocadogirl