Immer mehr. Nie genug?

Willkommen in der Generation ‚mehr‘.

Zumindest fühlt es sich für mich in letzter Zeit so an. Ja, ich habe mir mal wieder eine meiner Kaffeepause gegönnt und einfach mal beobachtet, nicht alles sofort aufgeschrieben oder abfotografiert. Soll ja angeblich gesund und reinigend wirken.
Mit einem Rucksack voller Gedanken sitze ich jetzt wieder zu Hause und stelle mir immer und immer wieder die selbe Frage:
Verlangen wir immer nach mehr? Haben wir nie genug?

Wenn ich meinen Kollegen bei der Arbeit zuhöre, wiederholen sich die Themen schnell und die Grundessenz ist klar: Sie wollen mehr!
Mehr Geld.
Mehr Erfolg.
Mehr Urlaub.
Mehr Freizeit.
Mehr Quadratmeter.
Mehr Liebe.
Mehr Kinder.
Mehr Hobbys.
Mehr Unabhängigkeit.
Mehr Freunde.
Das, was sie haben wird gerne verglichen mit dem Zufriedenheitskonto der anderen und siehe da: Scheinbar ist nebenan das Gras nicht nur grüner, sondern auch besser geschnitten, weicher, gemütlicher und vor allem M E H R.

Zuhause habe ich also mal nachgedacht (auch das soll ja angeblich gesund sein) und siehe da, ich habe weniger Geld als die meisten meiner Freunde, wenig Zeit, kaum noch Gläser und fast alle Tassen haben einen Sprung oder einen Mängel. Meine Küche ist winzig, meine Wohnung könnte man romantisiert als kuschelig, realistisch als klein bezeichnen. Will ich mehr?
Mehr Verantwortung?
Mehr Sorgen?
Mehr Kredit?
Mehr Zeit?
Mehr Stresshormone?
Keine Sorge, ich tische euch keine Lüge Marke Ich-habe-alles-was-ich-brauche-auf. Denn es gibt viel zu viele DVD-Boxen, die sich noch nicht in meinem Besitz befinden. Zu viele Folgen Game of Thrones, die ich noch nicht gesehen habe und, machen wir uns nichts vor, mein Asia-Imbiss um die Ecke hat über 300 Gerichte, von denen ich gerade mal 8 probiert habe. Natürlich will ich auch mehr!
Aber mein erklärtes Lebensziel soll es nicht sein immer nach dem zu streben, was ich gerade nicht habe. Stattdessen schlage ich euch was vor.
Lasst uns eine Liste mache mit den Dingen, von denen wir gerade (just in diesem Moment) genug haben. Dinge, über deren Existenz wir uns freuen (und ja, ‚Dinge‘ können jetzt auch Menschen, Tiere und Gefühle sein – verzeiht mir die Verallgemeinerung, okay?).

Ich fange an:
Meine ‚genug‘-Liste:
Kissen
Kerzen
Liebe
Nudeln
Glücksmomente
Bloggerfreunde
Real life Freunde
Kaffeefilter
Finger (soll man nicht unterschätzen!)
Lachfalten um die Augen
Geniale Playlists bei Spotify
Papiertüten
Ü-Eier-Figuren
Ohrringe
Momente für mich
Süße/liebe/rührende WhatsApp Nachrichten
Gründe um zu Lachen.

So! Und jetzt hier. Hinterlasst mir gerne eure Liste mit den Dingen, von denen ihr heute genug habt in den Kommentaren!
Willkommen Generation-‚eigentlich ist das Leben nicht verkehrt‘. 

Euer,

avocadogirl

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Musik aus dem Januar

Jeder Monat verdient seinen eigenen Soundtrack, findet ihr nicht? Da gibt es manche Monate in denen man zu den angesagten Hits im Auto bei jeder roten Ampel die Choreographie aus dem Musikvideo auspackt und Geldscheine von fremden Menschen an die Scheibenwischer geheftet bekommt. Und dann wieder gibt es die Monate, in denen man zu Adeles „Hello“ an einer öffentlichen Bushaltestelle in Tränen ausbricht und nur mit zitternder Unterlippe einen Erklärungsversuch Marke: Mimimibibibi abliefern kann.

Liegt es an den Jahreszeiten? An der Erderwärmung oder gar den Sonnenstürmen? Man weiß es nicht und noch warte ich darauf, dass es jemand endlich als Thema für die Master-Arbeit wählt und ausführlich wissenschaftlich analysiert. Bis es allerdings so weit ist, müssen wir wohl mit unseren Theorien vorliebnehmen. Hier also meine:

Wenn wir einen Film im Kino ansehen, dann läuft bei einer besonders emotionalen Szene ein bestimmter Song und sobald wir das Kino verlassen haben, ist dieses Lied für immer mit besagter Szene verbunden. Ich kann, z.B. „Must have been love“ nicht mehr hören ohne an Julia Roberts aus „Pretty Woman“ in einer Limousine denken zu müssen, während Richard Gere alleine im Hotel bleibt.
So ist es doch auch in unserem Leben, wenn bisher der Song „Dancing on my own“ von Robyn läuft, musste ich an eine schreckliche Party denken, auf der mein Ex-Freund mit einer anderen getanzt hat und zwar so Channing Tatum in Magic Mike-Style. Und was habe ich dumme Nudel gemacht? Mir den ganzen Song über diese Szene reingezogen um sie mir auch gaaaanz sicher besonders gut einzuprägen, damit ich ja nicht vergesse, wie weh es getan hat. Toll. Wirklich clever. Und so überaus typisch für mich.
Es hat bis zu diesem Januar gedauert, bis ich diesen Song mit einer anderen, viel besseren Erinnerung verbinden konnte. Deswegen ist er auch auf meine Playlist für den ersten Monat des neuen Jahres gewandert – weil er mir jetzt ein Lächeln ins Gesicht zaubert!

Ohne euch mit den Erinnerungen an meinen Januar nerven zu wollen, lasse ich euch mit meiner Playlist (quasi meinem Soundtrack) zurück – ich halte euch nur auf.
Vielleicht ist ja der ein oder andere Geheimtipp für euch dabei, also traut euch und hört einfach mal rein.

Der Plan ist, für jeden Monat meine Top 10 zu sammeln und hier mit euch zu teilen. Musik ist schließlich dafür da um geteilt, geliebt und gesungen zu werden.

Verratet mir in den Kommentaren gerne, welcher Song euch im Januar 2016 begleitet hat und einen festen Platz auf eurer Playlist verdient hat. Ich schnüffele immer gerne nach neuen Musiktipps, also nur her damit!

Viel Spaß mit den zehn Songs aus meinem Januar!

Eueravocadogirl

Hello 2016

Und wieder ist ein ganzes Jahr an uns vorbei gezogen. Ein Jahr in dem wir mehr Sport machen, uns gesünder ernähren und weniger Fast Food essen wollten.

2015, das Jahr der total Sonnenfinsternis.
Das Jahr des Schafes.
Das Jahr der Promi-Trennungen (ich bin ja noch immer nicht über das Beziehungsende von Gewn Stefani und Gavin Rossdale hinweg gekommen).
Das Jahr der Flüchtlingskrise (die für viele nicht die Gewichtung der Promi-Trennungen hatte … wie schade.)

Mein Jahr 2015 war vollgestopft mit versteckten Highlights und netten Momenten, die überraschender Weise richtig gut geworden sind.
Die meisten Partys, auf die ich nicht gehen wollte, hatten bessere Musik, leckerere Cocktails und süßere Typen zu bieten als zuerst angenommen.

Vor allem aber durfte ich gesund bleiben und – JACKPOT – die Menschen die mir lieb und teuer sind, auch! Alles in allem war das vergangene Jahr also echt gut zu mir und deswegen habe ich es an Silvester auch mit einer festen Umarmung verabschiedet und ihm versprochen für immer eine gute Erinnerung zu bleiben.

Wie bei der Neubesetzung eines liebgewonnenem TV-Charakters steht jetzt als 2016 bereit und hatte schon den Januar als Probemonat zu absolvieren. Es ist also an der Zeit das Jahr zum Gespräch zu bitten, ihm seine Stärken und Schwächen zu nennen und zu verraten, was man sich von ihm in den verbleibenden 11 Monaten noch so erwartet. Denn machen wir uns nichts vor: seine Haltbarkeitsdauer ist beschränkt wie bei einer Fruchtfliege und wir wollen die gemeinsame Zeit genießen.

Für mich ist jedes Jahr wie eine neue Liebesbeziehung. Man ist ganz euphorisch und aufgeregt (vielleicht noch von Silvester etwas beschwippst) wenn man am 1. Januar aufwacht und voller Tatendrang mit einem Lächeln im Gesicht auf die kommenden 365 Tage schaut. Der neue Kalender ist voll mit guten Vorsätzen und Plänen, die sich bei mir seit Jahren wiederholen, weil ich noch nicht dazu gekommen bin meine Yogamatte auszupacken, auf der ich jeden Tag vor Sonnenaufgang in den Tag starten wollte. Zumindest steht das so in meinem Kalender von 2013.

Was wird 2016 also wirklich anders? 

Nun, zum ersten habe ich diesen Blog endlich ins Leben gerufen, weil ich mir das seit Jahren selber verspreche. Klar, die Gefahr besteht, dass ein weiterer Blog einer leicht verrückten jungen Frau in den unendlichen Tiefen des Internets zwischen den Supernovas wie Zoella und den ganzen veganen Foodblogs untergeht. Und natürlich könnte ich ganz heroisch behaupten, dass ich sowieso nur für mich schreibe und es mir egal ist, wieviele von euch hier vorbeischauen.
Das ist genauso glaubhaft wie ein Justin Bieber, der im Madison Square Garden vor 11 Leuten auftritt. Nein, ich wünsche mir, dass meine geistigen Ergüsse zu den unterschiedlichsten Themen Leser finden. Vor allem aber wünsche ich mir etwas mehr Ordnung in meinem Kopf und meinen Gedanken. Daher also der Schritt zu diesem Blog.
Und natürlich nehme ich mir vor mehr Sport zu machen und vielleicht nicht bei jedem McDonalds in der Stadt wie eine Motte ins Licht zu stürzen, nur um dann mit einem Big Mac und sechs Chicken Nuggest im Bauch wieder nach draußen zu taumeln und diesen Ausrutscher beim Blick in den Spiegel am nächsten Morgen zu bereuen.
Viel wichtiger ist es aber doch, dass ich abends mit einem Lächeln im Gesicht einschlafe und am nächsten Morgen mit einem Lächeln wieder aufwache, findet ihr nicht?

Meine 10 Vorsätze (die ich im Januar nicht wirklich durchgezogen habe) bekommen also einen zweiten Versuch:
1) Die Yogamatte auspacken
2) Drei Mal in der Woche je 15 Minuten Sport machen
3) Das Jamie Oliver Kochbuch mit den gesunden Gerichten von Weihnachten 2012 an meine Mutter verschenken
4) Mit einen Account bei Lieferando.de erstellen
5) Viel Zeit mit Menschen verbringen die ich liebe, die mir guttun und die mich zur Begrüßung und zum Abschied fest umarmen
6) Alle Songs von Adele mitsingen zu können
7) Twitter zu verstehen und zu nutzen
8) Jeden Tag zu lachen
9) Mir nicht das Herz brechen zu lassen
10) Mich nicht für andere zu verbiegen, sondern zu akzeptieren, dass ich ein chaotischer Wirbelwind bin, den man entweder so mag oder eben nicht

Also 2016, was meinst du? Kriegen wir das zusammen bin?

Lasst mich doch in den Kommentaren wissen, was eure Vorsätze für 2016 sind und ob ihr sie im Januar vielleicht sogar schon umsetzen konntet und damit einen Monat Vorsprung habt!

Euer,
avocadogirl